Gelände reiten: Regeln, Klassen und Pflichtausrüstung
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Auf einer Geländestrecke fällt das Hindernis nicht. Dieser eine Satz erklärt, warum sich diese Prüfung von allen anderen unterscheidet und warum ihr Reglement rund um eine vorgeschriebene Schutzausrüstung aufgebaut ist. Das Gelände im Reitsport, auch Cross oder Cross-Country genannt, ist die Ausdauerprüfung der Vielseitigkeit: eine Strecke im Freien, auf Zeit, über feste Hindernisse, die im Boden verankert sind. Dieser Leitfaden liefert Ihnen, worüber die meisten Seiten zum Thema schweigen: die vorgeschriebenen Tempi Klasse für Klasse, die tatsächlichen Höhen, die genaue Fehlertabelle, die präzise Liste dessen, was das Reglement Ihnen vorschreibt, und den Weg zu Ihrer ersten Strecke ohne böse Überraschung.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Gelände ist die zweite von drei Teilprüfungen der Vielseitigkeit, nach der Dressur und vor dem Springen. Es wird auch als eigenständige Prüfung ausgeschrieben.
- Der entscheidende Unterschied zum Springen: die Hindernisse sind fest, sie fallen nicht. Die gesamte Logik des Reglements folgt daraus.
- Das vorgeschriebene Tempo reicht von 380 m/min in Club 3 bis 570 m/min in Pro Elite. Allein daraus ergibt sich die Idealzeit.
- Zwei Schutzausrüstungen sind Pflicht: der normgerechte Reithelm in allen drei Teilprüfungen und die normgerechte Sicherheitsweste im Gelände.
- Eine Airbagweste ersetzt niemals die Sicherheitsweste: Sie wird ergänzend darüber getragen.
- Die Fehlertabelle ist einfach und streng: 20 Punkte für den ersten Ungehorsam, 40 Punkte für den zweiten am selben Hindernis, 0,4 Punkte pro Sekunde über der Idealzeit und Ausschluss bei jedem Sturz.
- Der erlaubte Tiefsprung ist immer höher als das Hindernis selbst: 50 cm Hindernishöhe, aber 80 cm Tiefsprung schon ab Club 3.
Gelände im Reitsport: Definition und Platz in der Vielseitigkeit
Das Gelände ist die Ausdauerprüfung der Vielseitigkeit: eine Strecke im Freien, auf abwechslungsreichem Naturboden, auf der das Paar feste Hindernisse in einer vorgegebenen Zeit überwindet. Man spricht auch von Cross-Country oder schlicht vom Cross.
Die Vielseitigkeit verlangt vom selben Paar drei Teilprüfungen nacheinander:
- Die Dressur, die Durchlässigkeit, Taktreinheit und Anlehnung auf dem Viereck bewertet.
- Das Gelände, das Vorwärtsdrang, Ausdauer und die Fähigkeit des Paares bewertet, mit unbekanntem Terrain umzugehen.
- Das Springen, das Technik und Regeneration des Pferdes nach der Anstrengung vom Vortag oder vom Morgen bewertet.
Das Gelände wird in dieser Reihenfolge immer an zweiter Stelle geritten. Das ist kein Zufall: Das Springen nach dem Gelände dient genau dazu, die Erholung des Pferdes zu überprüfen. Ein müdes oder vom Gelände gezeichnetes Pferd wirft Stangen.
Das Gelände gibt es auch als eigenständige Prüfung, außerhalb der Vielseitigkeit. Diese Prüfungen sind meist niedriger ausgeschrieben und werden regional organisiert. Über sie steigen die meisten Reiterinnen und Reiter aus dem Verein in die Disziplin ein, und das bleibt der beste Einstieg.
Was das Gelände wirklich vom Springen trennt, lässt sich in drei Punkten fassen:
| Springen | Gelände | |
|---|---|---|
| Art der Hindernisse | Bewegliche Stangen, die fallen | Feste Hindernisse, die nicht fallen |
| Boden | Ebener Platz, präparierter Boden | Freies Gelände, Relief, Gras, Matsch, Wasser |
| Tempo in Club 3 | 250 m/min | 380 m/min |
| Typischer Fehler | Stange am Boden, 4 Punkte | Verweigerung oder Vorbeilaufen, 20 Punkte |
| Rückenschutz | Nicht vorgeschrieben | Sicherheitsweste vorgeschrieben |
Ein Hindernis, das nicht fällt, verändert alles: Das Pferd kann sich nicht durch Anticken retten, und der Reiter kann nicht darauf bauen, dass eine Stange einen Fehler beim Anreiten auffängt. Daher kommt der Anspruch an den Vorwärtsdrang, und daher kommt auch die Ausrüstung. Wenn Sie das Gelände unter den anderen Reitweisen einordnen möchten, stellt unser Artikel über die verschiedenen Reitdisziplinen jede von ihnen in ihren Zusammenhang.
Wie eine Geländestrecke aussieht: die 7 Hindernisfamilien
Eine Geländestrecke liest sich über sieben Hindernisfamilien, von denen jede dem Paar eine andere technische Aufgabe stellt. Der Parcourschef kombiniert sie je nach vorhandenem Gelände, weshalb keine Strecke der vorherigen gleicht.
Die sieben Familien sind die folgenden:
- Die Hänge: deutliche Anstiege und Gefälle, die das Gleichgewicht des Pferdes verändern, noch bevor es das Hindernis anreitet.
- Die Weitsprünge: breite Hindernisse, die Weite statt Höhe verlangen. Ein überbauter Graben, ein Tisch.
- Die Erdhindernisse: Wälle, Hügel, Stufen, bei denen das Pferd im Sprung an Höhe gewinnt oder verliert.
- Die steilen Hindernisse: Baumstämme, Palisaden, Gatter. Die für ein unerfahrenes Pferd am leichtesten lesbare Form.
- Die Wasserhindernisse: die Furten. Der Eintritt ins Wasser ist der häufigste Knackpunkt beim jungen Pferd.
- Die Hindernisse mit freiem Blick: auf einer Kuppe oder vor einer Leere platziert, wo das Pferd die Landschaft sieht und nicht den Landeboden.
- Die Richtungshindernisse: schmal, im Winkel oder spitz zulaufend, die eine exakte Linie verlangen, weil das Pferd daran vorbeilaufen kann.
Zu diesen Familien kommen zwei Begriffe, die Sie auf jedem Platz ständig hören werden. Der Aufsprung bezeichnet den Sprung auf eine erhöhte Fläche, bei dem das Pferd hinaufspringt. Der Tiefsprung bezeichnet den Sprung nach unten, bei dem das Pferd eine Stufe hinabspringt: das im Anreiten beeindruckendste Hindernis, weil der Reiter ins Leere blickt.
Die Flaggenregel, die zum Ausschluss führt
Jedes Hindernis wird von zwei Flaggen begrenzt. Die rote Flagge steht immer rechts, die weiße Flagge immer links. Das Paar muss in dieser Richtung zwischen beiden hindurch. Eine Flaggenmarkierung nicht zu beachten, an welcher Stelle der Strecke auch immer, führt zum Ausschluss, nicht zu einem Fehlerpunkt.
Die Hindernisse sind nummeriert. Besteht ein Hindernis aus mehreren nacheinander zu springenden Teilen, tragen diese Teile dieselbe Nummer mit einem Buchstaben dahinter: 7A, 7B, 7C. Viele Hindernisse bieten zudem eine Alternative an, einen längeren, aber einfacheren Weg, gekennzeichnet durch ein zweites Flaggenpaar mit schwarzem Strich. Die Alternative kostet keinen einzigen Fehlerpunkt: Sie kostet nur Sekunden.
Vor dem Start stehen Ihnen reglementarische Probierhindernisse zur Verfügung: ein Steilsprung, ein Oxer und ein einfaches Geländehindernis, genau in den Maßen Ihrer Prüfung. Anschließend starten Sie aus einer Startbox, in der Sie im Schritt wenden dürfen, und die Uhr läuft, sobald Sie die Linie überqueren.
Tempi, Distanzen und offizielle Höhen: die Zahlen des FFE-Reglements
Im Gelände ist das Tempo keine Wahl des Reiters: Es wird durch die Klasse der Prüfung vorgegeben, und es bestimmt die Idealzeit. Das ist der am häufigsten missverstandene Punkt der Disziplin und derjenige, den fast keine Seite dokumentiert.
Es folgen die offiziellen Normen aus dem Wettkampfreglement des französischen Reiterverbands (Fédération française d'équitation, FFE), besondere Bestimmungen für die Vielseitigkeit, in der ab dem 5. Januar 2026 gültigen Fassung.
| Klasse | Distanz | Tempo | Anzahl Hindernisse | Max. Höhe | Max. Tiefsprung |
|---|---|---|---|---|---|
| Poney 3 / Club 3 | 600 bis 800 m | 380 m/min | 6 bis 8 | 50 cm | 80 cm |
| Club 3 / Poney 2 | 600 bis 1 000 m | 380 m/min | 8 bis 10 | 60 cm | 80 cm |
| Poney 1 / Club E2 / Club 2 | 600 bis 1 000 m | 380 m/min | 8 bis 12 | 70 cm | 90 cm |
| Poney Elite / Club E1 / Club 1 | 800 bis 1 400 m | 400 m/min | 10 bis 12 | 80 cm | 110 cm |
| Club Elite / Amateur 4 | 1 400 bis 1 800 m | 450 m/min | 12 bis 16 | 90 cm | 120 cm |
| Amateur 2 / Amateur 3 | 2 000 bis 3 000 m | 500 m/min | Frei | 100 cm | 130 cm |
| Amateur 1 / Pro 4 | 2 000 bis 3 000 m | 500 m/min | Frei | 105 cm | 140 cm |
| Amateur Elite / Pro 3 | 3 000 bis 3 400 m | 520 m/min | Frei | 110 cm | 160 cm |
| Pro 2 | 3 000 bis 3 400 m | 550 m/min | Frei | 115 cm | 160 cm |
| Pro 1 | 3 200 bis 3 800 m | 550 m/min | Frei | 115 bis 120 cm | 180 cm |
| Pro Elite | 3 200 bis 4 200 m | 570 m/min | Frei | 120 cm | 200 cm |
Beim Blick auf diese Tabelle drängen sich drei Lesarten auf.
Erstens beträgt der Tempounterschied zwischen der niedrigsten und der höchsten Klasse 50 %. Es geht von 380 auf 570 Meter pro Minute. Für einen Vereinsreiter heißt das: Der Fortschritt im Gelände hängt genauso davon ab, einen schnellen Galopp im Gleichgewicht halten zu können, wie von der Höhe der Hindernisse.
Zweitens ist der erlaubte Tiefsprung durchgehend höher als das Hindernis selbst. Schon in Club 3 liegt die Hindernishöhe bei höchstens 50 cm, der Tiefsprung darf aber 80 cm erreichen. Genau deshalb wirkt eine Geländestrecke immer beeindruckender, als ihre Maße auf dem Papier vermuten lassen.
Drittens ist die Höhe nicht der begrenzende Faktor. Ein Pro Elite springt 120 cm, was im Vergleich zum Springen bescheiden ist. Schwer wird die Prüfung durch die Summe: das Tempo, die Zahl der Sprünge, die bis auf 36 steigen kann, das Relief und die Festigkeit der Hindernisse.
Wie sich die Idealzeit berechnet
Die Formel ist offiziell und einfach:
Distanz geteilt durch Tempo, multipliziert mit 60 = erlaubte Zeit in Sekunden.
Nehmen wir ein Club 3 über 750 Meter mit 380 m/min. Die Rechnung ergibt 750 / 380 = 1,974, multipliziert mit 60 = 118 Sekunden, also 1 Minute und 58 Sekunden. Das ist Ihre Idealzeit. Schneller zu sein bringt nichts, ein Bonus ist nicht vorgesehen. Langsamer zu sein kostet Punkte.
Zwei nützliche Präzisierungen. Die Höchstzeit im Gelände ist das Doppelte der Idealzeit: Wer sie überschreitet, wird ausgeschlossen. Und die Uhr rundet immer auf die nächste volle Sekunde auf, 30,25 Sekunden werden also als 31 Sekunden erfasst.
Schließlich gibt es ein Ventil. Wenn die Bedingungen es verlangen, etwa bei zu tiefem Boden oder schlechtem Wetter, kann der Vorsitzende der Jury das Geländetempo vor Beginn der Prüfung um 10 bis 50 m/min senken, in Absprache mit dem Parcourschef. Eine neue Idealzeit wird dann berechnet und ausgehängt.
Welches Können braucht man fürs Gelände
Das FFE-Reglement knüpft die Nennung im Gelände nicht an ein bestimmtes Reitabzeichen: Ihr Verein und Ihre Reitlehrerin oder Ihr Reitlehrer entscheiden über Ihren Zugang zur Disziplin. Das ist die ehrliche Antwort auf eine sehr häufige Frage, und sie verdient eine Ausführung, denn viele Seiten nennen eine Zahl, als wäre sie eine Verbandsregel.
In der Praxis verläuft die im Verein beobachtete Entwicklung recht einheitlich:
- Galop 4 (französisches Reitabzeichen): erste Ausritte mit dem Überwinden niedriger, natürlicher Hindernisse, unter Anleitung.
- Galop 5: strukturiertes Kennenlernen des Geländes, Überwinden kleiner fester Hindernisse, erste eigenständige Prüfungen der Klasse Club 3.
- Galop 6: Zugang zur echten Technik, Kombinationen, Tiefsprünge, Furten, und Nennung in der Vielseitigkeit auf Vereinsniveau.
Entscheidend ist nicht die Nummer in Ihrem Heft, sondern das technische Können dahinter. Vor Ihrer ersten Strecke sollten Sie können:
- Einen gleichmäßigen Galopp im Gleichgewicht halten, bergauf wie bergab, ohne dass Ihr Pferd von selbst schneller wird.
- Präzise reiten, denn ein Richtungshindernis misslingt durch Vorbeilaufen, nicht durch Verweigern.
- Mehrere Sprünge aneinanderreihen, ohne zwischen den Sprüngen Sitz oder Rhythmus zu verlieren.
- Im leichten Sitz bleiben, über die ganze Distanz, mit zwei bis drei Loch kürzeren Bügeln als in der Dressur.
- Ihr Pferd im Wasser und in bewegtem Gelände führen, was man im Ausritt genauso lernt wie auf dem Platz.
Wenn Sie noch an Qualität und Gleichmaß Ihres Galopps arbeiten, greift unser Ratgeber ein Pferd galoppieren lassen die Grundlagen auf, bevor es an den Geländegalopp geht, der runder und getragener ist als der Galopp in der Halle.
Die Pflichtausrüstung des Reiters im Gelände
Zwei Ausrüstungsstücke sind im Gelände vorgeschrieben: der Reithelm nach den geltenden Reitsportnormen und die Sicherheitsweste nach den geltenden Reitsportnormen. Letztere ist spezifisch für das Gelände und wird in keiner der beiden anderen Teilprüfungen der Vielseitigkeit verlangt.
Das schreibt das Reglement dem Reiter in der Geländeprüfung genau vor:
- Der Reithelm nach den geltenden Reitsportnormen, verlangt in allen drei Teilprüfungen der Vielseitigkeit. Kinnriemen geschlossen: ein Hindernis mit offenem Kinnriemen zu springen führt zum Ausschluss.
- Die Sicherheitsweste nach den geltenden Reitsportnormen, ausdrücklich im Gelände verlangt. Die geltenden Normen werden vom Verband veröffentlicht.
- Der Startnummernüberwurf, in der Geländeprüfung Pflicht. Sie müssen die vom Veranstalter ausgegebene Nummerierung tragen.
- Lange Haare geflochten oder im Dutt, eine Anforderung speziell für die Geländeprüfung.
- Stiefel oder Stiefeletten mit deutlich abgesetztem Absatz. Modelle ohne markierten Absatz sind verboten, weil der Fuß durch den Bügel rutschen kann.
- Die medizinische Karte, vom Reglement empfohlen, aber nicht vorgeschrieben.
Der Punkt zur Airbagweste, den fast niemand schreibt
Das Reglement ist an dieser Stelle eindeutig, und der Irrtum beim Kauf ist häufig: Eine Airbagweste darf über der vorgeschriebenen Sicherheitsweste getragen werden, ersetzt sie aber in keinem Fall.
Anders gesagt: Wer mit einem Airbag allein ins Gelände geht, ist nicht regelkonform. Die beiden Schutzsysteme folgen unterschiedlichen Logiken: Die Sicherheitsweste nimmt den direkten Aufprall über ihren Schaum auf, und zwar dauerhaft; der Airbag löst bei der Trennung vom Pferd aus und schützt Rumpf und Halswirbelsäule, wirkt aber nicht, wenn er nicht auslöst. Das Reglement betrachtet sie als ergänzend, nicht als austauschbar.
Über die Pflicht hinaus verbessern einige Details den Komfort auf einer Ausdauerstrecke deutlich: Handschuhe, die auf einem nassen Zügel halten, eine Stoppuhr, um Ihre Zeit an den Zwischenpunkten zu kontrollieren, und eine körpernahe Kleidung, die keinen Wind fängt. Zubehör für die Praxis finden Sie in unserer Auswahl Reitzubehör, und Passendes für Ihre Vereinsgarderobe in den Pferdekleidung.
Wie man sein Pferd fürs Gelände ausrüstet
Das Geländepferd trägt geschlossenen Schutz an allen vier Beinen, Hufglocken und ein Stück für Stück vor dem Start überprüftes Zaumzeug. Naturboden und feste Hindernisse setzen die Beine Stößen aus, die auf dem Platz nie entstehen.
Die Grundausrüstung des Pferdes auf einer Geländestrecke setzt sich so zusammen:
- Der Beinschutz: Gamaschen vorne, Streichkappen hinten, für das Gelände geeignet. Das Reglement regelt ihre Form: nur eine starre Schale an der Innenseite, nicht länger als 20 cm, mit Verschlüssen in eine Richtung, die den Schutz nicht vollständig umschließen.
- Die Hufglocken, die Ballen und Krone vor Schlägen schützen, die im tiefen Boden besonders häufig vorkommen.
- Schabracke und Pad, so gewählt, dass sie über die Dauer der Anstrengung nicht verrutschen.
- Sattelgurt und Steigbügelriemen geprüft, mit einer Kontrolle der Gurtung direkt vor der Einfahrt in die Startbox.
- Das Ringmartingal, falls Ihr Pferd zum Hochwerfen des Kopfes neigt, im Gelände erlaubt und verbreitet.
- Das Gebiss, mit dem Ihr Pferd gewohnt arbeitet, gegebenenfalls etwas einwirkender, aber niemals neu am Prüfungstag.
- Sicherheitssteigbügel, die den Fuß im Sturzfall freigeben. Sie sind nicht vorgeschrieben, ihr Nutzen liegt in dieser Prüfung aber auf der Hand.
Vor dem Start ist eine Reihe von Kontrollen fällig. Die Sporen werden im Übrigen offiziell von einem Jurymitglied oder einem Stewart überprüft, bevor Sie ins Gelände starten.
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Idealzeit, Fehlerpunkte und Ausschlüsse: wie bewertet wird
Im Gelände zählt alles in Fehlerpunkten, und das bestmögliche Ergebnis ist null. Die Fehlerpunkte kommen zu denen aus Dressur und Springen hinzu und ergeben die Endplatzierung der Vielseitigkeitsprüfung.
Die offizielle Fehlertabelle sieht so aus:
| Situation | Fehlerpunkte |
|---|---|
| Überschreiten der Idealzeit | 0,4 Punkte je angefangener Sekunde |
| 1. Ungehorsam an einem Hindernis | 20 Punkte |
| 2. Ungehorsam am selben Hindernis | 40 Punkte |
| Unerlaubte Hilfe | 10 Punkte |
| Sturz des Reiters oder des Pferdes | Ausschluss |
| Missachtung einer Flaggenmarkierung | Ausschluss |
| Überschreiten der Höchstzeit (doppelte Idealzeit) | Ausschluss |
An den Hindernissen gibt es nur drei Fehler, und sie sind genau definiert.
Die Verweigerung. An einem Hindernis über 30 cm verweigert Ihr Pferd, wenn es davor anhält. Es darf einen Schritt zur Seite machen, ohne bestraft zu werden, aber sobald es auch nur mit einem Huf zurücktritt, ist es eine Verweigerung. An Hindernissen von 30 cm oder weniger wird ein Anhalten mit unmittelbar folgendem Sprung aus dem Stand nicht bestraft; über 30 cm gilt derselbe Sprung aus dem Stand als gefährliches Reiten.
Das Vorbeilaufen. Ihr Pferd läuft vorbei, wenn es dem angerittenen Hindernis so ausweicht, dass Kopf, Genick und die Spitzen beider Schultern nicht zwischen den Flaggen hindurchgehen. Das ist der typische Fehler an Richtungshindernissen.
Die Volte. Eine Volte wird bestraft, wenn Ihr Pferd vor dem Überwinden des Hindernisses seine eigene Spur kreuzt. Nachdem Sie jedoch für eine Verweigerung, ein Vorbeilaufen oder eine Volte bestraft wurden, dürfen Sie Ihre Spur beliebig oft ohne zusätzliche Strafe kreuzen, bis Sie Ihr Pferd erneut vorstellen.
Zwei nützliche Regeln an dieser Stelle. Sie dürfen Ihre Linie jederzeit ohne Strafe ändern, auch nach einem Fehler: nach einer Verweigerung auf dem direkten Weg auf die Alternative zu wechseln kostet nichts über die bereits gezählte Verweigerung hinaus. Und bei einem Hindernis, dessen zwei Teile 5 Meter oder weniger auseinanderliegen, gilt das saubere Überwinden des ersten Teils als Vorstellung am zweiten.
Ist Gelände gefährlich? Was das Reglement wirklich vorschreibt
Das Gelände ist eine anspruchsvolle Disziplin, und das Reglement erkennt das an, indem es ein Sicherheitssystem organisiert, das es in keiner anderen Reitprüfung gibt. Etwas anderes zu behaupten wäre unehrlich, und Verharmlosung hilft niemandem bei der Vorbereitung.
Das setzt das Reglement konkret um:
- Ein Sturz führt zum Ausschluss, an welcher Stelle der Strecke er auch geschieht, und Absteigen gilt als Sturz. Es gibt keinerlei reglementarischen Anreiz, nach einem Sturz weiterzureiten.
- Jeder gestürzte Reiter muss vom Sanitätsdienst des Turniers untersucht werden. Das ist keine Entscheidung, die ihm überlassen bleibt.
- Jedes gestürzte Pferd muss vom Tierarzt oder vom Vorsitzenden der Jury untersucht werden.
- An den Hindernissen sind Richter postiert. Sie können mit einer roten Flagge winken, um einen Teilnehmer anzuhalten, wenn ein Hindernis blockiert ist. Die Haltezeit wird erfasst und von Ihrer Gesamtzeit abgezogen, Anhalten kostet Sie also nichts.
- Ein Teilnehmer in Schwierigkeiten an einem Hindernis muss absteigen und wird ausgeschlossen, statt zu versuchen, sein Pferd im Sattel sitzend zu befreien.
- Für das Pferd gibt es ein Verfahren der schrittweisen Rückkehr. Ein Pferd, das in Niveau 2, 3 oder 4 wegen eines Sturzes am Hindernis ausgeschlossen wurde, wird in den Ergebnissen so ausgewiesen und muss eine Prüfung einer niedrigeren Klasse beenden, bevor es im selben Niveau wieder starten darf, sonst droht die Disqualifikation.
- Mobiltelefone sind auf der Strecke verboten und Kopfhörer sind während des Wettkampfs untersagt, damit Sie die Richter hören.
- Das Überholen ist geregelt: Wer überholt werden soll, muss den Weg freigeben, und überholt werden darf nur an einer sicheren Stelle.
Die brauchbare Lesart von alldem lautet: Das Risiko im Gelände ist real, es ist benannt, und das Reglement begegnet ihm mit vorgeschriebener Ausrüstung, verpflichtenden Untersuchungen und Anhalteverfahren. Ihr Teil der Arbeit besteht darin, nicht über Ihrem Niveau zu nennen, die Strecke ernsthaft zu besichtigen und eine normgerechte Ausrüstung in gutem Zustand zu tragen.
Das erste Gelände vorbereiten: die Checkliste für drei Wochen
Ein erstes Gelände bereitet man in drei Wochen vor, und zwar der Reihe nach: Material, Arbeit im Freien, dann Besichtigung und Zeitberechnung. So kommen Sie mit Vertrauen an den Start.
Drei Wochen vorher:
- Normgerechtigkeit und Zustand Ihrer Sicherheitsweste und Ihres Reithelms prüfen. Ein Helm, der einen Schlag abbekommen hat, wird ersetzt, auch ohne sichtbaren Schaden.
- Das Ablaufdatum Ihres Helms kontrollieren und prüfen, ob das Normetikett an der Weste vorhanden ist.
- Zwei Einheiten im Gelände einplanen, mit Ihrer Reitlehrerin oder Ihrem Reitlehrer, auf abwechslungsreichem Boden, um den Galopp im Gleichgewicht an Hängen zu arbeiten.
- Den Beinschutz auf schwerem Boden testen lassen, um zu prüfen, dass er nicht verrutscht und sich nicht mit Matsch vollsaugt.
Zwei Wochen vorher:
- Den Eintritt ins Wasser in Ruhe arbeiten, zuerst im Schritt, ohne den Durchgang je zu erzwingen.
- Einen niedrigen Tiefsprung und ein Richtungshindernis springen, in der Einheit, damit das am Prüfungstag keine Entdeckung mehr ist.
- Ihr Pferd an den getragenen Galopp über die Distanz Ihrer Prüfung gewöhnen, ohne auf die Uhr zu schauen.
In der Turnierwoche:
- Ihre Idealzeit berechnen, sobald Distanz und Tempo ausgehängt sind, mit der Formel Distanz geteilt durch Tempo, multipliziert mit 60.
- Die Strecke zu Fuß besichtigen, Hindernis für Hindernis, die Alternativen notieren und die Flaggen einprägen.
- Die zwei oder drei Hindernisse benennen, die Ihnen Sorge machen, und vorab entscheiden, ob Sie den direkten Weg oder die Alternative nehmen.
- Die Ausrüstung fürs Abkühlen vorbereiten: Eimer, Schwämme, Schweißmesser, Decke je nach Wetter.
- Das Zaumzeug Stück für Stück prüfen, am Vortag, und den Sattelgurt direkt vor der Einfahrt in die Startbox nachziehen.
- Ihren Kinnriemen schließen, bevor Sie sich vorstellen: ein Hindernis mit offenem Kinnriemen zu springen führt zum Ausschluss.
- Lange Haare flechten oder einen Dutt machen, eine Anforderung speziell für die Geländeprüfung.
Eine letzte Empfehlung, die nützlichste von allen für eine erste Strecke: Zielen Sie auf null Fehler an den Hindernissen, nicht auf die Uhr. Zeitfehler kosten 0,4 Punkte pro Sekunde, eine Verweigerung kostet 20. Dreißig Sekunden mehr zu brauchen, um eine Alternative zu reiten, die Sie beherrschen, ist fast immer die richtige Rechnung.
Häufige Fragen zum Gelände im Reitsport
Hier sind die Antworten auf die sechs Fragen, die Reiterinnen und Reiter vor ihrem ersten Gelände am häufigsten stellen, vom nötigen Niveau bis zu den genauen Kosten einer Verweigerung.
Was ist Gelände im Reitsport?
Das Gelände ist die Ausdauerprüfung der Vielseitigkeit. Das Paar reitet eine Strecke im Freien, auf Naturboden, und überwindet dabei feste Hindernisse in einer vorgegebenen Zeit. In der Vielseitigkeit wird es an zweiter Stelle geritten, zwischen Dressur und Springen, und es gibt es auch als eigenständige Prüfung auf meist zugänglicherem Niveau.
Welches Können braucht man fürs Gelände?
Das Verbandsreglement schreibt für das Gelände in der Division Club kein bestimmtes Reitabzeichen vor: Ihr Verein und Ihre Reitlehrerin oder Ihr Reitlehrer entscheiden über Ihren Zugang. In der Praxis liegt das Kennenlernen etwa bei Galop 4 bis 5 und die Nennung im Vereinswettkampf bei Galop 5 bis 6. Die echten Voraussetzungen sind ein gleichmäßiger Galopp im Gleichgewicht, präzises Reiten und Sicherheit im Freien.
Welche Ausrüstung ist im Gelände Pflicht?
Zwei Schutzausrüstungen sind vorgeschrieben: der Reithelm nach den geltenden Reitsportnormen, verlangt in allen drei Teilprüfungen der Vielseitigkeit, und die Sicherheitsweste nach den geltenden Reitsportnormen, ausdrücklich im Gelände verlangt. Dazu kommen der Startnummernüberwurf, Stiefel mit deutlich abgesetztem Absatz und, bei langen Haaren, ein Zopf oder ein Dutt.
Reicht eine Airbagweste fürs Gelände?
Nein. Das Reglement stellt klar, dass eine Airbagweste über der vorgeschriebenen Sicherheitsweste getragen werden darf, sie aber in keinem Fall ersetzt. Mit einem Airbag allein ins Gelände zu gehen bringt Sie in Regelverstoß. Beide Systeme ergänzen einander: Der Schaum dämpft dauerhaft, der Airbag löst bei der Trennung vom Pferd aus.
Wie viele Punkte kostet eine Verweigerung im Gelände?
Ein erster Ungehorsam an einem Hindernis kostet 20 Fehlerpunkte, ein zweiter Ungehorsam am selben Hindernis kostet 40. Zum Vergleich: Das Überschreiten der Idealzeit kostet nur 0,4 Punkte je angefangener Sekunde. Deshalb lohnt es sich fast immer mehr, langsamer zu reiten oder eine Alternative zu nehmen, als eine Verweigerung zu riskieren.
Hat Gelände zu Pferd etwas mit Crosslauf zu tun?
Nein, das sind zwei Disziplinen ohne Verbindung. Der Crosslauf, auch Cross-Country genannt, ist eine leichtathletische Laufprüfung auf Naturboden. Das Gelände zu Pferd teilt nur die Idee einer Strecke im Freien auf abwechslungsreichem Boden, ist aber eine vom Reitsportverband geregelte Reitprüfung.